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Interview Thomas Schramm
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>> Herr Schramm, warum haben Sie sich für das Ehrenamt des Beisitzers zur Verfügung gestellt?
Es zeigt sich doch immer wieder, dass sich nur dann etwas positiv verändert, wenn man aktiv daran arbeitet - sei es im Privaten oder Beruflichen. Von alleine tut sich nichts. Mein Motto lautet in etwa "think global, act local". Um die Arbeit, die wir auf Kammergruppenebene - also lokal - leisten, auch auf die nächst größere Raum-einheit - auf Bezirksebene - zu transportieren und dort weiter zu führen, habe ich mich als Beisitzer im Bezirk zur Verfügung gestellt. Es ist für mich nur konsequent, die Verantwortung, die mir durch die Wahl in ein Ehrenamt auf Kammergruppenebene ermöglicht wurde, ernst zu nehmen und die Belange, Anregungen, Sorgen und auch Kritik nicht nur im "kleinen stillen Kämmerlein" zu bedenken, sondern auch in die "großen Kammer" weiter zu tragen.
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Als Architekt bei der Stadt Sinsheim beschäftigt, ist Beisitzer im Bezirk Karlsruhe und stellvertretender Vorsitzender der Kammergruppe Rhein-Neckar-Kreis: „Wäre der Berufsstand der Architekten ein unorganisierter Haufen aus Einzelkämpfern könnte keine berufspolitische Arbeit, keine Lobbyarbeit und kein ganzheitliches Auftreten erfolgen.“
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Der Austausch und die Erfahrungen mit den Kollegen aus den anderen Kammergruppen im Bezirk ist immer auch in umgekehrter Richtung wichtig, nützlich und fruchtbar für die Arbeit in der eigenen Kammergruppe.
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>> Was hat Ihnen während der Amtszeit "Lust" bereitet?
Es ist immer wieder eine Freude und Bestätigung der Kammerarbeit, wenn Dinge, die man auf den Weg bringen will, gelingen. Dann macht es richtig Lust, weiterzumachen und neue Aufgaben zu bewältigen. Das Schöne an der Arbeit ist ja letztendlich, dass man das alles nicht zum persönlichen Vergnügen macht, sondern für alle Kolleginnen und Kollegen etwas erreichen will. Die Kammerarbeit ist daher nie reine Selbstdarstellung, sondern immer mit Blick auf das große Ganze gerichtet.
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>> Und was hat in dieser Zeit "Frust" verursacht?
Das Wort Frust wäre übertrieben, aber gewiss bleiben Reibungspunkte nie aus, welche die Motivation manchmal hemmen. Dazu gehört ein ganzes Stück weit, dass viele in Ehrenämtern der Architektenkammer Tätigen gerade immer wieder von denen, die ganz passiv sind, dem Vorwurf und dem Vorurteil unterliegen, dass man nicht genug täte oder das, was man tut, in Frage gestellt wird. Auch vermisse ich die aktive Teilnahme der Mitglieder an Veranstaltungen der Kammergruppe. Hier löst sich die Gruppe der Passiven ganz ab von denen, die etwas tun. Diesen Graben zu überwinden, kostet manchmal sehr viel Kraft und Überzeugungsarbeit und ist leider nicht immer von Erfolg gekrönt.
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>> Wo sehen Sie einen Gewinn durch das Ehrenamt? Persönlich? Für den Berufsstand?
Einen unmittelbaren Gewinn durch das Ehrenamt in Form von gestiegener Bekanntheit o. ä. erwarte ich durch die Kammerarbeit nicht. Bei der ehrenamtlichen Kammerarbeit rückt das Ziel in den Vordergrund, gemeinsam den Berufsstand zu stärken, sich zu positionieren und effektiv an der Aufrechterhaltung der Baukultur mitzuwirken. Dabei steht das Konkurrenzdenken ganz im Hintergrund. Uns Architekten wird ja immer wieder vorgeworfen, nicht miteinander kommunizieren zu können. Dass dem nicht so ist, habe ich erkennen können.
Persönlich ist die Arbeit ein immenser Gewinn. Denn durch die Arbeit selbst und durch den Austausch mit Kollegen lernt man immer wieder dazu, erweitert seinen Horizont und bekommt Einblick in Dinge, die man so sonst nie erlangt hätte. Das finde ich immer wieder spannend und bereichernd und fließt in die eigene tägliche Arbeit zurück.
Für den Berufsstand ist jeder, der sich einbringt, ein Gewinn. Denn nur durch die Divergenz vieler Ansichten entsteht durch die sachliche Auseinandersetzung in der Summe eine Konvergenz. Wäre der Berufsstand der Architekten ein unorganisierter Haufen aus Einzelkämpfern, könnten keine berufspolitische Arbeit, keine Lobbyarbeit und kein ganzheitliches Auftreten erfolgen. Der ganze Berufsstand profitiert durch die von ihnen gewählten ehrenamtlichen Vertreter. Denn diese tragen weiter und setzen um, was der Basis am Herzen und manchmal auch im Magen liegt.
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>> Welchen Rat geben Sie potentiellen Interessenten?
Die Kammerarbeit lohnt sich. Engagieren Sie sich, wenn Sie engagiert sind. Nehmen Sie die Arbeit ernst, und Sie werden ernst genommen.
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