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Interview Prof. Winfried Engels
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>> Herr Prof. Engels, warum haben Sie sich für das Ehrenamt des Bezirksvorsitzenden zur Verfügung gestellt?
Weil es meiner grundsätzlichen Auffassung entspricht, sich in eine demokratische Gesellschaft einzubringen und nicht nur zu fordern. So war ich in der studentischen Fachschaft der RWTH Aachen und in den turbulenten 68er-Jahren als Assistentenvertreter im Fakultätsrat der Universität Darmstadt tätig.
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Vorsitzender des Kammerbezirks Tübingen und freier Architekt in Reutlingen: "Die Vielfältigkeit durch die ehrenamtlich tätigen Personen sehe ich für den Freien Beruf als unverzichtbar an."
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In der hessischen Kammer haben wir zur Weiterbildung das Kontaktstudium aufgebaut und mit der Kammergruppe Reutlingen die Reihe "Architektur im Gespräch" eingeführt, um der Architektur nach der Landesgartenschau 1984 eine Gesprächsebene zu geben.
Nach 23 Jahren im öffentlichen Dienst bin ich wieder als Freier Architekt tätig und es war für mich selbstverständlich, einen Teil der Zeit in den Berufsstand einzubringen.
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>> Was hat Ihnen während Ihrer Amtszeit "Lust" bereitet?
Die Zusammenarbeit mit den acht Kammergruppen mit ihren regionalen und strukturellen Unterschieden zwischen Tübingen und Bodensee, mit ihren vielfältigen Sichtweisen und Tätigkeiten war sehr interessant und hat im Architektursommer in Oberschwaben 2004 einen besonderen Höhepunkt erfahren, an den man sich gerne erinnert.
Im Landesvorstand hat mich der Einsatz für Themen wie Öffentlichkeitsarbeit mit den Dokumentationen für private Bauherren, Kommunen oder Gewerbe, das Thema "Energie- und Nachhaltigkeit" in Zusammenarbeit mit den Energieagenturen oder zuletzt "Architektur macht Schule" als wichtige Bildungsaufgabe zufrieden gestellt.
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>> Und was hat in dieser Zeit "Frust" verursacht?
Wenn ehrenamtliche Mitarbeit von Kolleginnen und Kollegen als selbstverständlich gesehen wird und immer die Gleichen verlässliche Arbeit leisten. Das Engagement von Mitgliedern dürfte sich wesentlich steigern.
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>> Wo sehen Sie einen Gewinn durch das Ehrenamt? Persönlich? Für den Berufsstand?
Es wäre falsch, ein solches Amt zu verwalten, es stellt Anforderungen und erwartet Kreativität und Anregungen zu neuen Ansätzen. Gebildet wird der Bezirk von ca. 15 Personen unterschiedlicher Prägung mit dem Willen, gemeinsam den Berufsstand durch Neues und Besseres zu fördern. Dies stellt auch persönliche Anforderungen an Kommunikation, Verlässlichkeit und nicht zuletzt an Überzeugungskraft. Die Vielfältigkeit durch die ehrenamtlich tätigen Personen sehe ich für den Freien Beruf als unverzichtbar an.
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>> Welchen Rat geben Sie potentiellen Interessenten?
Man sollte die Aufgabe mit Überzeugung angehen und Perspektiven und Ziele anstreben, kontaktfreudig Mitstreiter suchen und gemeinsame Konzepte entwickeln. Einzelkämpfer sind hier fehl am Platz, nur gemeinsam sind wir stark.
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