Interview Peter Vorbeck

>> Herr Vorbeck, warum haben Sie sich für das Ehrenamt des Beisitzers im Berufsgericht zur Verfügung gestellt?
Ich habe mich einige Jahre an der Arbeit des Berufsordnungsauschusses beteiligt. Es hat mich interessiert, wie die Berufsordnung in der Praxis durchgesetzt wird. Dafür ist das Berufsgericht sicher der direkteste Indikator. Abgesehen davon finde ich es wichtig, sich in irgendeiner Form an der Kammerarbeit zu beteiligen.


Freier Architekt in Stuttgart und Beisitzer im Berufsgericht: „Für den Berufsstand ist es wichtig, dass in dem Gremium praktizierende Kollegen sitzen, die die realen Bedingungen unserer Tätigkeit aus eigener Erfahrung kennen und beurteilen können.“

>> Was hat Ihnen während Ihrer Amtszeit „Lust“ bereitet?
Mein Ziel in der Arbeit für das Berufsgericht ist die gerechte Auslegung der Berufsordnung unter Berücksichtigung aller Umstände, die zu dem Verfahren geführt haben. Wenn es gelingt, das umzusetzen, dann empfindet man diese Arbeit als sinnvoll und befriedigend. Als erfreulich empfinde ich auch die Entwicklung, dass die Zahl der sehr kleinlichen Verfahren durch die Reformen der Berufsordnung in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Vielleicht ist das auch ein Zeichen für ein wieder wachsendes Selbstbewusstsein unseres Berufsstandes.

>> Und was hat in der Zeit „Frust“ verursacht?
Viele Verstöße gegen die Berufsordnung sind verursacht durch die teilweise prekäre wirtschaftliche Lage von Kolleginnen und Kollegen. In den Verhandlungen werden diese Umstände ausführlich dargelegt. Dennoch muss das Berufsgericht entsprechend unserer berufsständischen Regeln objektiv entscheiden. Nach diesen Fällen gehe ich dann mit großer Nachdenklichkeit zurück in mein Büro.

>> Wo sehen Sie einen Gewinn durch das Ehrenamt? Persönlich? Für den Berufsstand?
Persönlich habe ich in den nun schon vielen Jahren im Berufsgericht viel aus der Praxis der betroffenen Kolleginnen und Kollegen gelernt. Das hat sich sicher auch positiv auf meine eigene Tätigkeit als Architekt ausgewirkt. Für den Berufsstand ist es wichtig, dass in diesem Gremium praktizierende Kollegen sitzen, die die realen Bedingungen unserer Tätigkeit aus eigener Erfahrung kennen und beurteilen können.

>> Welchen Rat geben Sie potentiellen Interessenten?
Interessieren Sie sich für die Arbeit in Gremien und Ausschüssen der Kammer. Die Ehrenämter kommen dann fast von alleine auf Sie zu. Es erweitert den Horizont für die eigene Arbeit und schafft Kontaktplattformen, die sich in meinem Fall jedenfalls positiv für mein Büro ausgewirkt haben.



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