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Interview Marietta Rienhardt
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>> Frau Rienhardt, warum haben Sie sich für das Ehrenamt im Eintragungsausschuss zur Verfügung gestellt?
Als Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg ist es für mich selbstverständlich, mich für die ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung zu stellen.
Anfangs überwog sicherlich die Neugierde, wie die einzelnen Organe und Gremien der Architektenkammer funktionieren und zusammenwirken. Doch sehr schnell wurde klar, dass die ehrenamtliche Arbeit nicht nur notwendig, sondern auch bereichernd ist.
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Architektin und Stadtplanerin bei der Stadt Tübingen, engagiert sich u. a. ehrenamtlich im Eintragungsausschuss: „Als Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg ist es für mich selbstverständlich, mich für die ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung zu stellen.“
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Der Eintragungsausschuss, der sich vor allem mit Einzelfallentscheidungen zur Eintragung oder Löschung von Kolleginnen und Kollegen befasst, entfaltet damit eine rechtliche Wirkung, die dem Klageweg standhalten muss. Diese Arbeit ist verantwortungsvoll, aber auch erkenntnisreich für mich.
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>> Was hat Ihnen während Ihrer Amtszeit „Lust“ bereitet?
Bei der Eintragung sind die Spielräume auf der Ebene der formalen Kriterien eher gering. Geht es dann um die Einschätzung der fachlichen Befähigung eines Kandidaten, so macht sich das Gremium die Entscheidung - oft nach Anhörung des Antragstellers - nicht leicht. Durch die ernsthafte, jedoch offene und konstruktive Diskussionskultur im Ausschussteam, verbunden mit Respekt und Fairness gegenüber den Antragstellern, sind die Sitzungen für mich nicht nur Arbeit, sondern auch eine Bereicherung.
Den jährlichen Austausch mit Kollegen aller Fachrichtungen in der großen Sitzung des Eintragungsausschusses finde ich sehr interessant, denn er bietet die Möglichkeit, aktuelle Themen von allen Seiten zu beleuchten, so z.B. auch die Auswirkungen der Studienreform auf die Berufsbefähigung und die Eintragungsvoraussetzungen.
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>> Und was hat in der Zeit „Frust“ verursacht?
Es sind insbesondere die Löschungen infolge Vermögensverfall, die man als Ausschussmitglied gut abwägen muss und die mich dann berühren, wenn schwere menschliche Schicksale damit verbunden sind.
Als frustrierend habe ich meine ehrenamtliche Tätigkeit bislang nicht empfunden, sehe aber mit einer gewissen Sorge in die Zukunft, wenn wir möglicherweise aus rechtlichen Gründen Eintragungen zustimmen müssen, die wir fachlich eigentlich nicht befürworten können.
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>> Wo sehen Sie einen Gewinn durch das Ehrenamt? Persönlich? Für den Berufsstand?
Durch das Ehrenamt in der Architektenkammer wurden die Belange der freien Kolleginnen und Kollegen mehr in mein Blickfeld gerückt. Auch für Angestellte in einer Verwaltung ist der Kontakt und die Vernetzung zu diesen Kollegen wichtig.
Von meinem Informationsgewinn bei aktuellen Themen konnten auch meine Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung schon profitieren.
Durch das Engagement für eine qualitätvolle Planungs- und Baukultur kann das Image unseres Berufsstandes in der Öffentlichkeit nur gewinnen. Ich meine, dafür lohnt sich das Engagement in der Architektenkammer.
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>> Welchen Rat geben Sie potentiellen Interessenten?
Seien Sie neugierig und engagieren Sie sich! Die Förderung des Berufsstandes nützt jedem einzelnen. Für die Arbeit im Eintragungsausschuss sind Interesse an konzentrierter Arbeit in einem rechtlichen Rahmen, Offenheit, Kommunikationsfreudigkeit und Menschenkenntnis gute Voraussetzungen.
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